Kaffeekapseln. Teure Umweltverschmutzung.

Kaffeekapseln. Teure Umweltverschmutzung.

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Die Kapsel ist schick, die Kapsel ist bunt, die Kapsel verkauft sich. Nach den Kaffeepads haben Kapselmaschinen in den letzten Jahren den deutschen Mainstream-Markt der Kaffeemaschinen erobert, Hollywood-Persönlichkeiten preisen die Kapsel an, als würde man damit jede Frau rumkriegen und Luxus-Markentempel auf den Schickeria-Alleen in deutschen Großstädten vermitteln Lifestyle-Erfahrungen und hübsche Deko Gegenstände für das moderne Zuhause.

Was hat das alles mit Kaffee zu tun? Nicht viel. In der Kapsel ist ein bisschen davon drin, und mit der schillernd bunten Clooney-Maschine kann man unter Umständen ein trinkbares Gebräu erstellen (über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten).

Die Kapsel macht den Müll

Aber das eigentliche Problem liegt ganz woanders: Beim Müll. Die kleinen Aluminium-Kapsel sehen harmlos aus, produzieren aber jedes Jahr einen riesengroßen Müllberg.

Dieser Müllberg beträgt mittlerweile geschätzte 4000 Tonnen Aluminium- und Plastikmüll jährlich, was rund zwei Milliarden Kaffeekapseln entspricht. Und da die Kaffeekapsel entweder aus Aluminium, aus Plastik oder aus einer Mischform bestehen, belasten diese stark die Umwelt, und zwar aus zweierlei Sicht. Zum einen benötigt die Herstellung von Aluminium sehr viel Energie und die Alugewinnung aus Bauxit erzeugt giftigen Rotschlamm. Gleichzeitig lässt sich pures Aluminium aber besser entsorgen. Zum anderen sind gerade die Plastik-Aluminium Gemische ein Problem für das Recycling, Plastik ist allerdings in seiner Gewinnung aus Rohöl im Vergleich zu Aluminium schonender für die Umwelt. So hat zwar jedes Material Vor- und Nachteile, aber das ist alles gehopst wie gesprungen. Die Kapsel ist Massenmüll und die Masse ist das Problem.

Es handelt sich somit um ein hausgemachtes Problem. Kaffee ist ein natürliches, biologisch abbaubares Produkt, welches eigentlich auf den Komposthaufen gehört. Selbst der Papierfilter macht da keine Probleme. Wenn man das kleine Häufchen Kaffeepulver aber nun in eine Plastik-Aluminium-Kapsel presst, die man nicht wiederverwenden kann, ist der Müllberg vorprogrammiert.

Wer ist bereit, 80 Euro pro Kilo Kaffee zu zahlen?

Es stellt sich also die Frage, warum der Mensch sich eine Kapselmaschine zulegt. Am Umweltgedanken liegt es nicht. Ist der Kaffeekonsum damit vielleicht günstiger? Nein, auch hier Fehlanzeige. Die Kapsel kostet bis zu 39 Cent und enthält in etwa fünf Gramm Kaffeepulver. Somit kann man hochrechnen, dass der Kilopreis bei 60 bis 80 Euro liegt. Das ist richtig teuer, wenn man bedenkt, dass ein Kilo fertig gemahlener Kaffee (im Ziegelsteinformat) bei Aldi weniger als 8 Euro kostet und ein qualitativ hochwertiger Bohnenkaffee aus einer Spezialitätenrösterei bei ungefähr 40 Euro pro Kilo liegt. Kapselkaffee kann man nicht ansatzweise mit 40-Euro-Kaffee vergleichen und trotzdem sind viele Menschen bereit, das Doppelte für die Kapsel zu zahlen.

Es ist also doch schlichtweg die Werbung, der Trend, die Massenbewegung und die schillernd bunte, schicke Maschine, die es geschafft hat, einen ganz neuen Markt zu erschaffen und diesen auch sofort zu erobern. Natürlich dürfen die jeweiligen Maschinen nur mit den Kapseln desselben Herstellers benutzt werden, sonst ist eine verfrühte Verschrottung vorprogrammiert, aber da die Maschine nicht so teuer ist, kann man ja einfach eine neue kaufen. Noch mehr Müll.

Die Schrott-Erfahrung

Anmerkung der Autorin: Wir haben 4 Jahre lang eine Senseo-Maschine pro Jahr gekauft (ja, das war die Zeit vor der Kapsel), welche wir nicht mit fertig gekauften, sondern mit Eco-Pads benutzt haben (selbst auffüllbares Plastik-Pad). Gründe: Umwelt, Geschmack, Geld. Eine Maschine nach der anderen ist im Müll gelandet, weil die Plastikmaschinen verstopfen und nur für echte Pads aus dem Supermarkt ausgelegt sind. Wir haben tatsächlich 4 Jahre gebraucht, um zu verstehen, dass wir uns für das Geld eine tolle Siebträgermaschine hätten leisten können, die 1. nicht durch frisches Kaffeepulver kaputtgeht, 2. in der Anschaffung teuer ist, aber dafür länger als 4 Jahre hält und 3. meinen Kaffee suche ich mir selbst aus! Als Bohne und frisch gemahlen.

Kapsel? Nein danke. Ich glaube an Kaffee.