Cold Brew – ohne kochen Kaffeekochen?

Cold Brew – ohne kochen Kaffeekochen?

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Unser Selbstverständnis von Kaffee beruht auf der Tatsache, dass dieser gekocht wird. Gekocht, gebrüht oder gefiltert, wer einen Kaffee trinken möchte, braucht zumindest heißes Wasser. Stimmt nicht. Na, wie geht das denn?

Mehr als nur kalter Kaffee

Cold Brew kommt aus dem Englischen und heißt „Kalt gebrüht“ und ist ein kreativer Trend unter den sommerlichen Kaffeegetränken, der sich langsam aber sicher durchsetzt und bereits bei vielen Kaffeefreunden beliebt ist. Die meisten modernen Cafés haben ihn bereits auf der Karte und wir erklären euch, wie ein Cold Brew sicher gelingt und auch zuhause ein kühler Genuss wird.

Das Grundprinzip des Cold Brew ist das langsame Extrahieren der Aromen in kaltem Wasser. Es handelt sich also nicht um gekochten, abgekühlten Kaffee, sondern tatsächlich um Kaffee, der kalt gebrüht wurde.

Frischer Kaffee und grober Mahlgrad sind ausschlaggebend

Hierzu sind zwei Voraussetzungen wichtig: Frischer, hoch-qualitativer Bohnenkaffee und ein grober Mahlgrad. Wie auch bei anderen Zubereitungsmethoden sollten die Kaffeebohnen erst kurz vor dem Zubereiten gemahlen werden, um keine Abzüge in Sachen Geschmack machen zu müssen. Das bedeutet, dass ihr Euch den Kaffee entweder im Fachgeschäft grob mahlen lasst und dann schnell nach Hause rennt, um den Cold Brew aufzusetzen oder (unsere Empfehlung!) Ihr besitzt im Idealfall eine Kaffeemühle, die, wie bereits in anderen Artikeln erwähnt, sowieso ein wichtiges Accessoire für jeden Kaffeeliebhaber ist.

Und so geht’s: Pro 100ml kaltem Wasser werden 10g grob gemahlener Kaffee in einem Behälter mit Deckel vermengt, ein Weck- oder Einmachglas eignet sich ganz besonders gut. Nun wird der Behälter geschlossen und etwa 12 Stunden lang bei Zimmertemperatur stehen gelassen, damit der Kaffee ziehen kann. Warum muss der Kaffee grob gemahlen werden? Sobald der Kaffee mit Wasser in Berührung kommt, setzt er allmählich seine Aromastoffe frei. Es handelt sich um einen langsamen Vorgang, und ein und derselbe Aufsatz entfaltet nach 8, 12 oder 24 Stunden jeweils andere Geschmacksnuancen. Hier wird also jeder zu seinem eigenen Brühmeister. Zu fein gemahlener Kaffee würde sein Aroma zu schnell „verpuffen“.

Das Ergebnis ist ein Konzentrat, welches zunächst gefiltert wird, zum Beispiel mit einem Seib und anschließend mit einem Papier- oder Baumwollfilter, um Kaffeesatz und grobe Partikel zu entfernen. Anschließend wird das Konzentrat mit Wasser verdünnt und gerne auch mit Eiswürfeln serviert, die Menge hängt von der gewünschten Stärke ab.

Cold Brew auf Vorrat? – Kein Problem

Die Herstellung des Cold Brew ist somit also relativ zeitintensiv, das Getränk lässt sich aber in größeren Mengen herstellen und das Konzentrat kann bis zu zwei Wochen problemlos im Kühlschrank lagern. Für viele Menschen ist Cold Brew Kaffee übrigens wesentlich bekömmlicher und reizärmer, da der Bohne durch die kalte Zubereitung ca. 70% weniger Säure und Bitterstoffe entzogen werden und der Kaffee somit magenschonender und bekömmlicher ist. In Bezug auf den Koffeingehalt lässt sich kein großer Unterschied zum normalen, heißgefiltertem Kaffee feststellen.

Der Cold Brew ist eine erfrischende Abwechslung nicht nur für heiße Tage und lädt zum Experimentieren ein. Ihr werdet überrascht sein, wie sehr sich verschiedene Aromen und Geschmacksnuancen nach unterschiedlichen Ruhezeiten ausprägen. Ausprobieren lohnt sich!