Kaffeeaufbewahrung – worauf es ankommt

Kaffeeaufbewahrung – worauf es ankommt

in kaffeetipps,

Wer kennt nicht den genussvollen Augenblick, wenn man eine neue Kaffeetüte zum ersten Mal aufreißt und den Duft von frisch gerösteten Kaffeebohnen schnuppert. Man schließt die Augen und atmet tief das Aroma ein – und lächelt. Es ist die Vorfreude auf eine frisch aufgebrühte Tasse Kaffee mit vollem Aroma. Diesen wundervollen, sinnlichen Moment würde man ja gerne jedes Mal erleben, wenn man sich einen Kaffee gönnt. Doch je langsamer der Kaffeevorrat in den folgenden Wochen aufgebraucht wird, desto stärker nehmen Aroma und Geschmack ab. Die Ursachen sind schnell ausgemacht: Kaffe ist sehr empfindlich und reagiert auf Umwelteinflüsse. So ist die perfekte Lagerung des schwarzen Goldes das A und O für einen Kaffeegenuss ohne Aroma- und Geschmacksverlust.

Die Widersacher des Kaffees

Die Kaffeezubereitung ist denkbar einfach, egal, ob jetzt Aufbrühen per Handfilter, in einer Kaffeemaschine oder Kaffeeautomaten. Das Prinzip bleibt eigentlich immer gleich: Kaffeebohnen mahlen, Wasser kochen, heißes Wasser über Kaffeepulver gießen. Diese Vorgehensweise hat sich bewährt und garantiert einen exzellenten Kaffeegenuss. Doch niemand will oder kann ständig kleine Mengen an Kaffee einkaufen, um bei jeder neu aufgebrühten Tasse Kaffee den Frischeeffekt der ersten Tasse zu wiederholen. In der Regel kauft man doch größere Kaffeepakete ein und bevorratet sich gerne damit.

Kaffee ist ein Sensibelchen. Er verliert leider schon direkt nach dem Öffnen der Packung an Aroma. Der Kontakt mit Sauerstoff und Feuchtigkeit lassen die Aromastoffe des Kaffees nicht nur schwinden, sondern durch die Oxidation bei Raumtemperatur kann der Kaffee dann ranzig schmecken. Am empfindlichsten ist bereits gemahlenes Kaffeepulver, was an seiner vergrößerten Oberfläche liegt. Je feiner die Kaffeebohnen gemahlen werden, desto größer ist die Angriffsfläche. Ganze Kaffeebohnen sind auch empfindlich, aber die einzelnen Bohnen bieten im Vergleich zum Pulver eine verhältnismäßig kleine Angriffsfläche. Und somit können sie ihr Aroma deutlich länger halten als bereits gemahlener Kaffee. Weitere Faktoren für den schwindenden Kaffeegenuss sind zum einen die Lichteinwirkung, die den Geschmack beeinflusst, zum anderen Fremdgerüche. Kaffee hat die Eigenschaft, Fremdgerüche wie ein Magnet anzuziehen. Plötzlich hat der frisch aufgebrühte Kaffee einen Beigeschmack nach Zwiebel oder Käse, auf jeden Fall genau nach dem Produkt in dessen Nähe er längere Zeit stand. Und das macht wirklich keinen Spaß. Also besser den Kaffee nicht in der Nähe von Nahrungsmittel oder Gewürzen aufbewahren. Ebenso ist Hitze für die Kaffeearomen nicht förderlich.

Kaffee richtig aufbewahren

Bei all den Feinden der Kaffeearomen und des -geschmacks ist es nicht ratsam eine angebrochene Kaffeepackung offen stehen zu lassen oder nur notdürftig mit Gummiband zu schließen. Um die empfindlichen Aromen zu schützen und um möglichst lange aus der vollen Aromenvielfalt zu schöpfen, empfiehlt sich eine Aufbewahrung in einem Behälter aus Keramik. Dieser sollte luftdicht mit einer Gummiabdichtung verschließbar sein und lichtundurchlässig. Keramik schützt zum einen vor Lichteinstrahlung und zum anderen gibt es keinen Eigengeruch ab. Deshalb sind Keramikbehälter Plastik vorzuziehen. So ist der Kaffee jetzt rundum vor Licht, Sauerstoff, Feuchtigkeit und vor allem vor Fremdgerüchen geschützt.

Beim Umfüllen in die Keramikdose kann es jedoch schon zu einem Aromaverlust kommen. Wer ganz sicher gehen will, lässt die Kaffeebohnen in ihrer Originalverpackung, schließt diese sorgfältig und gibt die Bohnen mit der Originalverpackung dann in eine Keramikdose. Dies ist zwar „doppelt gemoppelt“, aber bestimmt nicht schlecht für eine langanhaltende Frische und Aroma.

Der richtige Aufbewahrungsort

Jetzt, wo wir den richtigen Behälter für unseren Kaffee gefunden haben, stellt sich die Frage, wo genau stelle ich meinen Kaffeevorrat hin. Auch bei dem Ort der Aufbewahrung gibt es Fallstricke, die man umgehen sollte, wenn man den bestmöglichen Aromaschutz für seinen Kaffee will. Wie gesagt, Kaffee ist sehr empfindlich und deshalb sollte die Kaffeedose nicht direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Keramik schützt zwar vor Licht, aber konstante Sonnenstrahlungen, vor allem im Sommer, sorgen für eine Erwärmung des Kaffees in der Dose. Also nicht in der Nähe des Fensters stellen. Ebenso ist ein Aufbewahrungsort in der Nähe des Herdes tabu. Kaffee sollte bei gleichbleibender Zimmertemperatur, am besten etwas unter Zimmertemperatur, und im Dunklen aufbewahrt werden. Hier ist eine Vorratskammer oder ein fensterloser Abstellraum eine optimale Lösung.

Von der Aufbewahrung im Kühlschrank ist abzuraten. Zwar ist es ein Ort, wo es dunkel, kühl und trocken ist, aber durch das ständige Öffnen der Tür kommt es im Kühlschrank zu Temperaturschwankungen. Durch diese Schwankungen kann sich Kondenswasser bilden und dem Kaffee schaden. Auch das Einfrieren von Kaffee im Gefrierfach ist tabu. Beim Auftauen des Kaffees kann sich wieder Kondenswasser bilden und das Aroma beeinträchtigen.

Kaffee auf Vorrat – wie viel ist ratsam

Jetzt haben wir alles getan, um den Kaffee vor Umwelteinflüssen zu schützen und an einem adäquaten Ort aufzubewahren. Eine einzige Frage bleibt noch offen: Wie viel Kaffee auf Vorrat ist denn empfehlenswert? Exquisite, außergewöhnliche Kaffeesorten und Kaffeeröster, die die Kaffeebohnen von Hand rösten, findet man nicht im Laden um die Ecke. Also Kaffee bestellen: Kaffeebohnen für Filter, Kaffeebohnen für Vollautomaten oder vielleicht sogar ein Kaffee-Abo abschließen. Doch wie sieht es mit der Haltbarkeit aus. Kaffee über einen langen Zeitraum zu horten macht keinen Sinn, denn selbst in der richtigen Aufbewahrungsdose an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort verliert Kaffee mit der Zeit sein Aroma. Deshalb ist es sinnvoll eher kleinere Mengen einzukaufen. Hier macht ein Kaffee-Abo für Filterkaffee oder Vollautomaten durchaus Sinn. So erhält man jeden Monat genau die Menge an Kaffee, die man auch wirklich verbraucht. Mit einem Kaffee-Abo steht man nie wieder vor einer leeren Kaffeedose. Und wie sieht es bei Kaffeevollautomaten aus? Sollte der vorgesehene Behälter bis zum Rand mit Kaffeebohnen gefüllt werden? Lieber nicht, lieber kleinere Mengen an Kaffeebohnen einfüllen und dafür regelmäßig nachfüllen. Diese kleineren Mengen sollten zeitnah verbraucht werden, um so das Kaffeearoma zu erhalten.

Kaffee bedeutet Leidenschaft. Beim Kaffeegenuss kommen alle Sinne zusammen. Mit der richtigen Lagerung des Kaffees steht dem Genießen nichts mehr im Wege. Kaufe lieber ganze Kaffeebohnen, als große Mengen Kaffee auf Vorrat, und mahle kleinere Mengen, die Du dann zeitnah verbrauchst. Wenn Du bei der Aufbewahrung die oben genannten Punkte beachtest, dann kannst Du das Kaffeearoma bis zu 8 Wochen bewahren. Mit unserem Newsletter erhältst Du regelmäßig neue Informationen und Tipps rund um Dein Lieblingsgetränk Kaffee.